{"id":63,"date":"2018-04-18T14:39:14","date_gmt":"2018-04-18T12:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/fairloetet.de\/?page_id=63"},"modified":"2023-11-04T09:15:44","modified_gmt":"2023-11-04T08:15:44","slug":"pse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/projekte\/pse\/","title":{"rendered":"Portal Sozialbilanz Elektronik"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_2-1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h3>Vom PSE zu Fairtronics<\/h3>\n<p>Mit dem Projekt <em>Portal Sozialbilanz Elektronik<\/em> (PSE) hatten wir einen Einstieg gestartet hin zu einem allgemein nutzbaren Werkzeug,<\/p>\n<ul>\n<li>um als Elektronikproduzent die wahrscheinlichen Un-Fairness-Hotspots im eigenen Produkt zu ermitteln,<\/li>\n<li>um als Konsument oder Eink\u00e4ufer Produktalternativen bez\u00fcglich ihrer Sozialbilanz zu vergleichen oder<\/li>\n<li>um als Interessent Details \u00fcber die Elektronikproduktion entlang der Wertsch\u00f6pfungskette anhand konkreter Beispiele zu erfahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Grundidee ist: <em>Schaltplan rein -&gt; Hotspots raus<\/em>, also eine automatische Berechnung und Darstellung der Sozialbilanz eines Elektronikger\u00e4ts auf Basis spezifischer aber auch generisch verf\u00fcgbarer, offener Daten zu Bauteilen und ihrer Herkunft. Flankiert soll es werden mit Vorschl\u00e4gen zur Verbesserung dieser Bilanz, zum Beispiel Designalternativen oder Teilnahme an Verbesserungsprogrammen.<\/p>\n<p>FairL\u00f6tet hat im September 2019 <a href=\"https:\/\/prototypefund.de\/project\/portal-sozialbilanz-elektronik-pse\/\">mit Hilfe des Prototype Fund<\/a> begonnen dieses Werkzeug zu bauen und Open Source zur Verf\u00fcgung zu stellen. Daraus ist das Projekt <a href=\"https:\/\/fairtronics.org\">Fairtronics<\/a> entstanden. Auf der <a href=\"https:\/\/fairtronics.org\">Fairtronics-Website<\/a> wird das Projekt n\u00e4her erkl\u00e4rt und kann auch ausprobiert werden. Auch auf dem 36. Chaos Communication Congress wurde das Projekt <a href=\"https:\/\/fairloetet.de\/en\/fairtronics-easy-supply-chain-risk-analysis\/\">mit einem Vortrag vorgestellt<\/a>. Bei Interesse an Fairtronics kann das Entwickler*innen-Team unter <a href=\"mailto:info@fairtronics.org\">info@fairtronics.org<\/a> erreicht werden.<\/p>\n<p>PSE bezeichnet nunmehr die beendete Machbarkeitsstudie hin zu Fairtronics auf Basis der Software <a href=\"http:\/\/www.openlca.org\/\">OpenLCA<\/a> mit Schwerpunkt auf die Berechnung und zu erwartende Ergebnisse. Fairtronics startete mit einer einfacheren Berechnungsformel, besitzt im Gegensatz dazu aber Werkzeugcharakter, d.i. u.a. eine einfach zu verstehende Benutzungsoberfl\u00e4che. Im folgenden stellen wir die Machbarkeitsstudie PSE ausf\u00fchrlich vor. Den ganzen Text gibt es auch <a href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Vorstellung-PSE-V1.1.pdf\">als PDF<\/a>. Zus\u00e4tzlich gibt es ein <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/v\/bub2018-93-wie_weh_tut_ein_bit\">10-min\u00fctiges Video<\/a>, ein <a href=\"https:\/\/seafile.yumdap.net\/f\/e06e7a27c0be487e9a7d\/?dl=1\">Poster<\/a> und ein <a href=\"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wie-weh-tut-ein-bit-sozialbilanzen-des-digitalen\/\">Blog-Beitrag<\/a>, die in die Projektidee einf\u00fchrten.<\/p>\n<div class=\"pse-text\">\n<hr \/>\n<h3 id=\"UnsereIdee\" class=\"fontstyle0\">Unsere Idee<\/h3>\n<p><span class=\"fontstyle0\">In Anbetracht der Berichte \u00fcber Konfliktfinanzierung beim Rohstoffabbau, Vergiftungen in der Halbleiterproduktion oder Lohnbetrug in der Fertigung sorgen sich junge Elektronik-Projekte als auch etablierte Hersteller zunehmend um die menschen- und arbeitsrechtlichen Auswirkungen ihrer Produktion entlang der Lieferkette. Doch wie k\u00f6nnen sie fairer produzieren?<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span class=\"fontstyle2\">Zun\u00e4chst muss man sich einen \u00dcberblick verschaffen \u00fcber die Einkaufs- und Lieferkette des eigenen Produkts, was in ihm enthalten ist und wo alles herkommt. Zwar kennt man die einzelnen Bestandteile, aber was dahinter steckt wei\u00df man h\u00e4ufig nicht.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle2\">Dann gilt es, sich \u00fcber die menschen- und arbeitsrechtlichen Risiken dieser Lieferkette im Klaren zu werden. Es gibt un\u00fcberschaubar viele Berichte, aber es bleibt unklar was tats\u00e4chlich relevant f\u00fcr das eigene Produkt ist und wo am dringendsten Abhilfe n\u00f6tig w\u00e4re.<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle2\">Und sp\u00e4testens diese Abhilfe \u00fcberfordert alle diejenigen, die sich nicht schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit der Nachhaltigkeit in der Elektronik besch\u00e4ftigen. Was kann man denn gegen diese Unfairness tun, der man in der globalisierten Welt kaum aus dem Weg gehen kann?<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Dies sind kurz und knapp die drei Herausforderungen auf dem Weg zu einem faireren Produkt: 1. Inventory Analysis, 2. Impact Assessment und 3. Improvement Action. Speziell f\u00fcr Elektronikprodukte will das \u201ePortal Sozialbilanz Elektronik (PSE)\u201c einen einfachen Einstieg entlang dieser Schritte anbieten.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Das Portal soll bei allen drei Herausforderungen Unterst\u00fctzung bieten:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><em><span class=\"fontstyle0\">Inventory<\/span><\/em><span class=\"fontstyle1\">: Der Schaltplan oder die St\u00fcckliste (Bill of Material) liegen meist schon elektronisch vor. Man kann ihn einfach in das Portal einspielen. Der erste Schritt ist damit schon erledigt, denn diese Teilliste, die Absch\u00e4tzung der Platinengr\u00f6\u00dfen oder Kabell\u00e4ngen gen\u00fcgen schon f\u00fcr eine erste Analyse. Wer seine Elektronikomponenten schon genauer kennt, also beispielsweise den Hersteller oder die Artikelbezeichnung von Bauteilen, kann damit die Analyse verfeinern. Das Portal hat eine umfangreiche Liste von Bauteilen mit Daten \u00fcber deren Zusammensetzung und Herkunft hinterlegt. FairL\u00f6tet hat sich auf Elektronik spezialisiert, das hilft dabei.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-316 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1.png\" alt=\"\" width=\"1109\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1.png 1109w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1-300x99.png 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1-1024x337.png 1024w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1-768x253.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1109px) 100vw, 1109px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><em><span class=\"fontstyle0\">Impact<\/span><\/em><span class=\"fontstyle1\">: Auf Basis der so modellierten Lieferkette lassen sich auf Knopfdruck die sozialen Auswirkungen berechnen. Einzeln aufgeschl\u00fcsselt nach u.a. Gesundheitsschutz, Gehalt oder auch Gewerkschaftsfreiheit ergibt sich ein Bild \u00fcber die gr\u00f6\u00dften Risiken in der Fairness des eigenen Produkts. Wir beobachten seit Jahren die Entwicklung in der un-\/fairen <\/span><span class=\"fontstyle1\">Elektronikproduktion, kennen die Berichte \u00fcber Menschenrechtsfragen und Arbeitsschutz beim Rohstoffabbau und in der Elektronikindustrie und haben deren Ergebnisse f\u00fcr die Risikobewertung in das Portal einflie\u00dfen lassen.<\/span><\/li>\n<li><em><span class=\"fontstyle0\">Improvement<\/span><\/em><span class=\"fontstyle1\">: Die \u201eHotspots der Unfairness\u201c sollen kleiner werden, so der Wunsch. Man kann das durch verschiedene Ma\u00dfnahmen erreichen, z.B. Austausch eines Bauteils oder eines Lieferanten, Teilnahme an einer Nachhaltigkeitsinitiative der Elektronikbranche, Unterst\u00fctzung der Zivilgesellschaft oder auch Wiedergutmachungen. Wir k\u00f6nnen auf erfolgreiche Initiativen verweisen und Kontakte zu verschiedenen Akteuren im Bereich faire Elektronik vermitteln, um eine langfristige Verbesserung zu erzielen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span class=\"fontstyle1\"><span class=\"fontstyle0\">Als Einstieg hilft PSE, erste H\u00fcrden der Betrachtung sozialer Nachhaltigkeit kosteng\u00fcnstig zu \u00fcberwinden und einen Bericht \u00fcber die unternehmerische Sorgfalt entlang der Lieferkette zu erstellen. Wir wollen eine f\u00fcr jeden zug\u00e4ngliche Webanwendung (Portal) erstellen, die die Materialliste aufnimmt, dabei zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit der Eingabe detaillierterer Daten zur Lieferkette bietet, und auf Knopfdruck die sozialen Hotspots auflistet und graphisch aufbereitet, erg\u00e4nzt um Hinweise zur Verbesserung der Situation.<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3 id=\"DieMethode\">Die Methode<\/h3>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Die Methode, die wir daf\u00fcr einsetzen wollen, orientiert sich am Social Life Cycle Assessment (S-LCA). Das klassische Umwelt-LCA ist im deutschprachigen Raum auch als \u00d6kobilanz bekannt. Es hilft f\u00fcr die Herstellung, das Nutzen und Entsorgen eines Produkts oder einer Dienstleistung z.B. die Menge des erzeugten Treibhausgases CO2 in Kilogramm zu ermitteln. Ganz \u00e4hnlich berechnet das S-LCA eine Sozialbilanz, z.B. die f\u00fcr die Herstellung eines Produkts eingesetzte prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung in Arbeitsstunden.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Bei PSE wollen wir die Bilanzierung allerdings einschr\u00e4nken:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Es wird nicht die gesamte Lieferkette oder gar der gesamte Lebenszyklus eines Produkts betrachtet, sondern nur der Rohstoffabbau.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Es werden nur die Sozialbelange der Arbeiter betrachtet, nicht anderer betroffener Anspruchsgruppen wie die lokale Bev\u00f6lkerung, der Staat oder die zuk\u00fcnftige Generation.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Und wir konzentrieren uns auf elektronische und elektromechanische Komponenten.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span class=\"fontstyle0\">F\u00fcr ein reines LCA gibt es schon etablierte Software, die auf Basis des Inventory den Impact berechnen kann. Unser Portal erg\u00e4nzt Daten zur Elektronik, zus\u00e4tzliche Funktionalit\u00e4t und eine angemessenere Benutzerf\u00fchrung.<\/span><\/p>\n<h3 id=\"EineStudie\">Eine Studie<\/h3>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Wir haben mit Hilfe der allgemein nutzbaren, graphischen Open-Source LCA-Software OpenLCA die Machbarkeit einer Hotspotberechnung anhand der Teileliste der Computermaus von Nager IT erprobt. Im Folgenden stellen wir die Studie vor, um zu zeigen, was das Portal am Ende leisten kann. Am Ende dieses White Papers gibt es eine kleine Anleitung, wie man es am eigenen Computer nachvollziehen kann.<\/span><\/p>\n<h4>Begriffe<\/h4>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Ein <\/span><span class=\"fontstyle2\"><em>Flow <\/em><\/span><span class=\"fontstyle2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-317 alignnone\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2.png\" alt=\"\" width=\"12\" height=\"16\" \/><\/span><span class=\"fontstyle0\"> ist ein Produkt, sei es das zu analysierende Ger\u00e4t, eines seiner Bauteile, irgendein Zwischenprodukt oder einer der Rohstoffe aus denen alles entsteht.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Ein <\/span><span class=\"fontstyle2\"><em>Process <\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-318\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3.png\" alt=\"\" width=\"14\" height=\"17\" \/> <\/span><span class=\"fontstyle0\">ist ein Schritt in einer Produktion. Er wandelt eine Menge eingehender Flows (<\/span><span class=\"fontstyle2\">Input<\/span><span class=\"fontstyle0\">) in einen oder mehrere ausgehende Flows (<\/span><span class=\"fontstyle2\">Output<\/span><span class=\"fontstyle0\">) um. In einem Prozess werden also mehrere Bauteile oder Rohstoffe zu einem neuen Bauteil oder Ger\u00e4t kombiniert. Der Output des einen Prozesses kann der Input eines anderen sein. Derlei verkettete Prozesse bilden das <span class=\"fontstyle2\"><em>Product system <\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-319\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/4.png\" alt=\"\" width=\"19\" height=\"19\" \/><\/span> eines Produkts, letztlich also die Lieferkette.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Es gibt zwei Arten von Flows: Zum einen die <\/span><span class=\"fontstyle2\"><em>Product flows <\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-320\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/5.png\" alt=\"\" width=\"19\" height=\"20\" \/><\/span><span class=\"fontstyle0\">, von denen wir bislang sprachen. Sie flie\u00dfen zwischen Prozessen. Zum anderen die <\/span><span class=\"fontstyle2\"><em>Elementary flows <\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-321\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/6.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"17\" \/><\/span><span class=\"fontstyle0\">, die aus der Umwelt oder Gesellschaft entnehmen (dann <\/span><span class=\"fontstyle2\">Ressource <\/span><span class=\"fontstyle0\">genannt) oder abgeben (dann <\/span><span class=\"fontstyle2\">Emission <\/span><span class=\"fontstyle0\">genannt). Sie flie\u00dfen nicht zwischen zwei Prozessen und stehen au\u00dferhalb des Produktionssystems.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Eine \u00d6ko- oder Sozialbilanz eines Produkts ist letztlich eine Bilanzierung der Elementarfl\u00fcsse eines Produktionssystems, das Aufsummieren der ausgehenden Elementarfl\u00fcsse aller Prozesse innerhalb der Lieferkette eines Ger\u00e4ts. Das machen wir an unserem Beispiel nun konkret.<\/span><\/p>\n<h4>Inventory<\/h4>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Nager-IT hat das <\/span><span class=\"fontstyle0\">Design <\/span><span class=\"fontstyle0\">und die <\/span><span class=\"fontstyle0\">Lieferkette <\/span><span class=\"fontstyle0\">ihrer Computermaus ver\u00f6ffentlicht. Das macht sie ideal geeignet f\u00fcr unser Beispiel. Wir haben f\u00fcr die Machbarkeitsstudie die Lieferkette stark vereinfacht und nicht alle Zwischenschritte betrachtet: Die Maus besteht in unserem Modell aus einer Reihe von Elektronikkomponenten und diese wiederum aus einer Reihe von Rohstoffen. Rohstoffe wiederum kommen entweder aus Recyclingquellen oder aus dem Bergbau verschiedener L\u00e4nder, je nach Anteil der weltweiten Minenproduktion. Dort wird zwischen Kleinbergbau (ASM = artisanal and small scale mining) vom industriellen Bergbau (LSM = large scale mining) unterschieden, weil die sozialen Risiken in beiden verschiedenen sind. Wir betrachten also die Herstellung der Bauteile gar nicht, nur die Rohstofff\u00f6rderung, und das auch nur f\u00fcr wenige Metalle, n\u00e4mlich Aluminium, Eisen, Gold, Kupfer, Nickel, Palladium, Silber und Zinn. Dies sind wohlgemerkt Einschr\u00e4nkungen der Machbarkeitsstudie, nicht von PSE an sich.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Das folgende Bild zeigt einen kleinen Teil der im Prototyp modellierten Lieferkette der Maus.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-322 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7.png\" alt=\"\" width=\"1197\" height=\"740\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7.png 1197w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7-300x185.png 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7-1024x633.png 1024w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7-768x475.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1197px) 100vw, 1197px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Das Endger\u00e4t Maus, die darin enthaltenen Elektrolytkondensatoren oder das Kupfer darin sind alles als Produktfluss modelliert. Als Elementarfluss haben wir das Recyclingmaterial und den Boden oder <\/span><span class=\"fontstyle0\">die Erde, aus denen die Rohstoffe gewonnen werden, modelliert. Wir betrachten beides also als gegeben.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Das grundlegende Modell des Inventories sind wie folgt aus:<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-323 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8.png\" alt=\"\" width=\"1782\" height=\"89\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8.png 1782w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8-300x15.png 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8-1024x51.png 1024w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8-768x38.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1782px) 100vw, 1782px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Wir haben das Modell mit uns einfach verf\u00fcgbaren Daten gef\u00fcllt, siehe dazu auch das Kapitel zu den Quellen ganz am Ende des Textes.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Damit gehen wir schon in die erste Analyse: Welche Rohstoffe sind in der Maus, wieviel in der Summe und wo kommen die her? Im folgenden Bild sieht man, wie sich gewichtsm\u00e4\u00dfig die 13,56g der acht modellierten Rohstoffe auf die Bauteile der Maus verteilen. Kupfer ist ein wesentlicher Bestandteil, vor allem im USB-Kabel, welches mehr als die H\u00e4lfte des ganzen Ger\u00e4ts ausmacht. Auch die Leiterplatte ist recht metallhaltig. Im Elko steckt vor allem Aluminium, gewichtsm\u00e4\u00dfig ist das aber nur noch ein kleiner Anteil.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-324 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9.png\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9.png 602w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9-300x222.png 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9-600x445.png 600w\" sizes=\"(max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\">Das n\u00e4chste Bild zeigt die Herkunft der Metalle. Aus Chile kommen alleine 3,6 g des Kupfers und auch ein bisschen Silber. Als n\u00e4chstes folgt \u201eGlobal\u201c, was eine wegen fehlender Daten unbekannte Herkunft anzeigt. Auf der Weltkarte sieht man den Hotspot bei Chile deutlich.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/a.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-325 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/a.png\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"870\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/a.png 504w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/a-174x300.png 174w\" sizes=\"(max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/a>Die nun folgende Tabelle ist etwas komplizierter zu lesen. Wir betrachten nur die Zeilen, die der Kategorie \u201eRaw materials\u201c zugeordnet sind. Sie sind nach Gewicht sortiert. Die Liste zeigt die Inputs zu Prozessen innerhalb unseres Modells, die nicht aus anderen Prozessen entstehen. Es zeigt also die <\/span><span class=\"fontstyle0\">noch nicht modellierten Produkte und die Elementarfl\u00fcsse. Es handelt sich dabei vor allem um Plastik und Chemikalien, die offensichtlich eine wichtige Rolle spielen in der Elektronik. Da wir Kupfer als Prozess modelliert haben taucht Kupfer als Elementarfluss \u201eCopper content in ground\u201c auf. Ganz unten sehen wir mit Zink das erste noch nicht genauer modellierte Metall.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/b.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-326 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/b.png\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"644\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/b.png 603w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/b-281x300.png 281w\" sizes=\"(max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><\/a>Zum Schluss noch die wahrscheinliche Verteilung von Prim\u00e4r- zu Sekund\u00e4rquellen: Fast ein Drittel der modellierten Metalle stammen vermutlich aus dem Recycling, ohne dass man eine Rohstoffquelle explizit als solche vorgesehen h\u00e4tte.<\/span><span class=\"fontstyle0\"><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/c.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-315 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/c.png\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"38\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/c.png 585w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/c-300x19.png 300w\" sizes=\"(max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a><br \/>\nZu den Ergebnissen sind noch ein paar wichtige Dinge zu sagen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Dadurch, dass bislang so wenige Rohstoffe modelliert wurden, bekommen das Kupfer und das USB-Kabel eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohe Bedeutung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Wir haben die Bauteile generisch modelliert. Zum Beispiel haben wir nicht das vom Hersteller Ningbo Broad produzierte Kabel der Nager-IT-Maus analysiert, sondern ein durchschnittliches Datenkabel passender Dicke und L\u00e4nge. Auch ist nicht der HS10 fair L\u00f6tdraht mit seinem hohen Recyclinganteil dargestellt, sondern ein konventionelles Lot mit \u00e4hnlicher Zusammensetzung. Unser Prototyp beschreibt also weniger die Nager-IT-Maus, sondern eine durchschnittlich produzierte Maus mit gleichem Bauplan.<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Wir haben alle elektronischen und elektromechanischen Bauteile der Maus modelliert, nicht aber z.B. das Geh\u00e4use, die Schrauben oder gar die Verpackung in der sie versendet wird.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"fontstyle0\">Die Chemikalien sind nur zum Teil in dem Produkt selbst enthalten, sondern werden vor allem zur Produktion der Bauteile ben\u00f6tigt. Es sind nicht alle Hilfsstoffe erfasst worden. Auch fehlt au\u00dfer beim IC eine Betrachtung des Ausschusses und Abfalls w\u00e4hrend der Produktion. <\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h4>Impact<\/h4>\n<p>Das war bislang das technische Inventory. Was uns aber interessiert sind die arbeits- und menschenrechtlichen Auswirkungen der Produktion eines Elektronikprodukts. Dazu m\u00fcssen wir unser Modell erg\u00e4nzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Impacts entstehen w\u00e4hrend der Arbeitszeit. Es hilft uns dazu also nicht zu wissen, wie viel Kilogramm Kupfer in einem Produkt sind, sondern wie viele Stunden daf\u00fcr gearbeitet werden musste. Wir haben eine Umrechnungsformel f\u00fcr den Rohstoffabbau entwickelt. Sie h\u00e4ngt ab von dem Abbauland, der Extraktionskomplexit\u00e4t des Rohstoffs und der Unterscheidung zwischen dem arbeitsintensivem ASM und dem maschinenunterst\u00fctzten LSM. So dauert die Gewinnung von 1g Gold im Kleinbergbau Kongos mehr als hundertmal l\u00e4nger als von 1g Aluminium im industriellen Abbau Australiens. Hier der Umrechnungsweg vom Ger\u00e4t zur Arbeitszeit an einem konkreten Beispielpfad durch die Lieferkette, mit gerundeten Werten:<br \/>\n<a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-327 size-us_768_0\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d-768x216.png\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d-768x216.png 768w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d-300x84.png 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d-1024x288.png 1024w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/d.png 1549w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Wir haben den Elementarfluss \u201eLabour\u201c erg\u00e4nzt, also Arbeitskraft, die der Gesellschaft entnommen wird. Der Output w\u00e4hrend der Produktion von Arbeit enth\u00e4lt neue Elementarfl\u00fcsse, die die entstehenden sozialen Risiken darstellen. Siehe beispielhaft das folgende Bild zum Prozess \u201eWorking in Chile\u201c. Es wird 1h elementare Arbeitskraft Labour in 1h Work verwandelt. Dabei entstehen parallel mehrere soziale Risiken von jeweils ebenfalls 1h Dauer, aber verschiedener Risikoh\u00f6he: Es gibt mittlere Risiken f\u00fcr gesundheitsgef\u00e4hrdende Arbeit, kein hohes Risiko, wohl aber geringes Risiko f\u00fcr Gewerkschaftsunfreiheit und unbekanntes Risiko f\u00fcr \u00fcberm\u00e4\u00dfige Arbeitszeiten. (Die Risikoeinsch\u00e4tzung basiert auf der Arbeit des Tracy-Projektes, siehe Kapitel \u201eQuellen\u201c.) Dabei gilt ein Risiko in einem Land als hoch, wenn die Wahrscheinlichkeit im L\u00e4ndervergleich im oberen Viertel liegt. 1h hohes Risiko von Kinderarbeit hei\u00dft also nicht, dass 1h Kinderarbeit beteiligt ist, sondern nur 1h hohen Risikos, dass es passiert.<br \/>\n<a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/e.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-328 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/e.png\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/e.png 551w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/e-300x232.png 300w\" sizes=\"(max-width: 551px) 100vw, 551px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Im Prototyp werden die folgenden Risiken betrachtet: Kinderarbeit (Child Labour), Gleichberechtigung (Equal Opportunity), Faire Geh\u00e4lter (Fair Salary), Zwangsarbeit (Forced Labour), Versammlungsfreiheit (Freedom of Association), Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (Health &amp; Safety), Soziale Sicherheit (Social Security) und Arbeitszeit (Working Hours). Sie sind alle nur l\u00e4nderspezifisch, d.h. es wird noch nicht zwischen ASM und LSM oder zwischen den verschiedenen Rohstoffen unterschieden.<br \/>\n<a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/f.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-329 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/f.png\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/f.png 579w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/f-300x76.png 300w\" sizes=\"(max-width: 579px) 100vw, 579px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Am Ende wird alles mit der Anzahl der jeweiligen Arbeitsstunden multipliziert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie sehen also die sozialen Auswirkungen der Computermaus aus? Wo zum Beispiel ist das Risiko f\u00fcr Zwangsarbeit innerhalb der Lieferkette der Maus am gr\u00f6\u00dften? Die \u00dcbersicht der L\u00e4nder mit der Wirkkategorie \u201eForced Labour\u201c im folgenden Bild zeigen, dass das gr\u00f6\u00dfte Risiko f\u00fcr Zwangsarbeit in D.R. Kongo besteht, dort umgerechnet insgesamt 42 mittlere Risikosekunden (= 0.01181 h) f\u00fcr eine einzelne Maus.<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/g.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-330 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/g.png\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/g.png 487w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/g-300x197.png 300w\" sizes=\"(max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/a>Im n\u00e4chsten Bild erkennt man, wenn man sich auf die Zeilen mit der Einheit \u201emedium risk hours\u201c konzentriert: Am Anfang steht unter \u201eRisk\u201c die Summe aller acht Impacts. Hier sticht ebenfalls der Kongo hervor, gefolgt von Sambia, China und Chile. Das gr\u00f6\u00dfte einzelne Risiko ist \u201eForced Labour\u201c. Als n\u00e4chstes folgt schon die Summe der unbekannten Risiken, was ein deutliches Zeichen f\u00fcr fehlende Daten ist. Aufgeklappt ist auch die Analyse der elementaren Arbeitskraft \u201eLabour\u201c zu sehen: Arbeitskraft kommt am meisten aus Chile, dicht gefolgt von Kongo. Angezeigt werden hier \u00fcbrigens nur alle L\u00e4nder mit &gt; 1% des Gesamtrisikos.<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/h.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-331 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/h.png\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/h.png 435w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/h-285x300.png 285w\" sizes=\"(max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die folgende \u00dcbersicht best\u00e4tigt was wir vorher schon sahen: Kupfer tr\u00e4gt am meisten zum Gesamtrisiko bei. Aus Chile kam das meiste Kupfer, aus dem Kongo aber die meisten sozialen Risiken wegen des Kupferabbaus. Das liegt auch am hohen, arbeitsintensiven Anteil an Kleinbergbau, der h\u00f6here Risiken birgt. Insgesamt beinhaltet das Kabel die H\u00e4lfte der Risiken.<\/p>\n<h4><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/i.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-332 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/i.png\" alt=\"\" width=\"592\" height=\"606\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/i.png 592w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/i-293x300.png 293w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/i-45x45.png 45w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/a>Improvement<\/h4>\n<p>Kupfer, Kongo, Kabel und Knechtschaft, das sind die Hotspots. Verbesserungen bringen dort also am meisten. Das wollten wir herausfinden. Was kann man aber tun?<\/p>\n<ul>\n<li><em>Kupfer<\/em> ist (unter den modellierten) das mit Abstand h\u00e4ufigste Metall in der Maus, daher sollte man sich zuerst hierauf konzentrieren. Eine besonders fair zu nennende Kupferbezugsquelle ist uns leider nicht bekannt. Kupfer ist sehr gut recycelbar, was mit \u00fcber 30% Sekund\u00e4ranteil in das Modell schon eingegangen ist. Man k\u00f6nnte als Strategie den tats\u00e4chlichen Recyclinganteil im Produkt auf h\u00f6herem Niveau sicherstellen, was allerdings enge Zusammenarbeit mit dem Kabel- oder Leiterplattenhersteller erfordert. Alternativ kann man sich bei <a href=\"https:\/\/coppermark.org\/\">The Copper Mark<\/a> engagieren oder sich bei der <a href=\"https:\/\/copperalliance.org\/\">Copper Alliance<\/a> (bzw. dem <a href=\"https:\/\/www.kupferinstitut.de\/\">Deutschen Kupferinstitut<\/a>) f\u00fcr eine faire Kupferlieferkette einsetzen.<\/li>\n<li><em>Kongo<\/em>, d.i. die Demokratische Republik Kongo, nicht zu verwechseln mit der Republik Kongo, ist seit langem im Fokus von Menschenrechtsgruppen, Gesetzgebern und der Industrie als einer der Hotspots im unfairen Rohstoffabbau. Das bezieht sich vor allem auf die so genannten Konfliktmineralien, zu denen nach US- und EU-Definition z.B. das Zinn geh\u00f6rt, nicht aber Kupfer. Das Pochen auf einen konfliktfreien Bezug von Zinn aus Kongo bei den Teilelieferanten w\u00e4re der erste Schritt. Die Unterst\u00fctzung des Lobbyings einiger NGOs, auch Kupfer und Kobalt in die Reihe der Konfliktmineralien gesetzlich aufzunehmen, ein zweiter. Was Kupfer aus dem Kongo anbelangt: Der Anteil an Kleinbergbau ist eher klein, und es gibt Hinweise, dass der industrielle Kupferbergbau in der Provinz Katanga nicht nur das Grundwasser verschmutzt, sondern auch in die Taschen der korrupten Politiker spielt. Den Bezug von Kupfer aus dem Kongo zu vermeiden w\u00e4re daher eine Option, k\u00f6nnte aber auch auf Kosten der Kleinsch\u00fcrfer gehen. Hier m\u00fcssten zudem die Zulieferer offenlegen, woher sie ihre Rohstoffe beziehen, was man als Teil der Vertragsbeziehung etablieren k\u00f6nnte.<\/li>\n<li><em>Kabel<\/em>: Das Kabel der Maus ist mit 1,30m zwar nicht ungew\u00f6hnlich lang, aber vielleicht findet man eine Alternative mit weniger Material. So w\u00fcrde exemplarisch eine Verk\u00fcrzung auf 100 cm zwar den Benutzungskomfort senken, die mittleren Risikostunden aber ebenfalls, und zwar um gut 10% wie nachfolgende Grafik zeigt. Ein anderer interessanter Gedanke: Ist vielleicht sogar eine Funkmaus letztlich die bessere Wahl?<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/j.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-333 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/j.png\" alt=\"\" width=\"629\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/j.png 629w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/j-300x203.png 300w\" sizes=\"(max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Knechtschaft<\/em>, also Zwangsarbeit oder Formen moderner Sklaverei wie Schuldknechtschaft: Es gibt einige Initiativen, denen man sich anschlie\u00dfen kann. Aktiv sind vor allem <a href=\"https:\/\/www.walkfreefoundation.org\/advocate\/\">Walk Free Foundation<\/a> und <a href=\"https:\/\/knowthechain.org\/\">Know The Chain<\/a>. Konkret f\u00fcr den Kongo gibt es auch die Arbeit von <a href=\"https:\/\/www.freetheslaves.net\/where-we-work\/congo\/\">Free The Slaves<\/a>. Diese Organisationen sorgen sowohl f\u00fcr politische Einflussnahme als auch f\u00fcr Hilfe vor Ort. Sie zu unterst\u00fctzen w\u00e4re eine Ma\u00dfnahme, die vor allem Firmen in den Industriel\u00e4ndern am Ende der Lieferkette leisten k\u00f6nnen. Relevant ist hier auch der Gesetzgeber im globalen Norden: So kennt zwar England mit dem \u201eUK Modern Slavery Act\u201c eine Berichtspflicht \u00fcber die Aktivit\u00e4ten von Firmen zur Vermeidung von Zwangsarbeit in der Lieferkette, eine \u00dcbernahme etwa in eine EU-Verordnung steht aber aktuell nicht an. An dieser Stelle auf den Gesetzgeber einzuwirken w\u00e4re also eine weitere Ma\u00dfnahme, idealerweise in einem Konsortium der Elektronikindustrie.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Erinnerung: Dies ist nur eine Machbarkeitsstudie mit vielen Unbekannten, gro\u00dfen L\u00fccken und vereinfachenden Annahmen. Es wurde auch nicht die Nager-IT-Maus untersucht, sondern einige Teile einer baugleichen, konventionell hergestellten Computermaus. Daher sind die Tipps nur exemplarisch zu verstehen und keine Empfehlung f\u00fcr Nager-IT.<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p>Unternehmerische Sorgfaltspflicht entlang der Lieferkette hat auf UN-Ebene unter dem Begriff \u201eDue Diligence\u201c Eingang gefunden in die Diskussion \u00fcber Wirtschaft und Menschenrechten. Die Verantwortung verbleibt bei den Staaten, in denen produziert wird, dennoch besteht eine Pflicht der Unternehmen, menschenrechtliche Auswirkungen ihres Tuns zu analysieren und darauf zu reagieren. Dies ist allerdings allenfalls als Berichtspflicht in Gesetze einzelner Staaten verankert worden, in der EU etwa im Rahmen der sog. CSR-Berichtspflicht zu nicht-finanziellen Informationen und der Konfliktmineralienverordnung. Es gibt eine gro\u00dfe Anzahl von Leitf\u00e4den, denen Unternehmen folgen k\u00f6nnen, die alle grob der Vorgabe der UN folgen: Zieldefinition und Verankerung im Unternehmen, Analyse der Lieferkette, Analyse der Risiken entlang der Lieferkette, Definieren von Verbesserungsma\u00dfnahmen, Kontrolle und Bericht. Auf diesem Pfad unterst\u00fctzt das Portal Sozialbilanz Elektronik bei den ersten Schritten.<\/p>\n<p>Life Cycle Assessment (LCA) ist ein etabliertes Verfahren, wenn es um Umweltbelange geht. Immer mehr Umweltsiegel, Produktdesignentscheidungen und politische Ma\u00dfgaben basieren auf \u00d6kobilanzen. Es gibt LCA-Studien auch f\u00fcr elektronische Produkte, hier zwei Studien zu Smartphones:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fairphone.com\/en\/2016\/11\/17\/sustainable-fairphone-2-weve-got-results\/\">Marina Proske, Christian Clemm, Nikolai Richter: Life Cycle Assessment of the Fairphone 2, Fraunhofer IZM 2016<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.diva-portal.org\/smash\/record.jsf?pid=diva2%3A677729&amp;dswid=-4215\">Ercan, Elif Mine: Global Warming Potential of a Smartphone: Using Life Cycle Assessment Methodology, KTH, School of Architecture and the Built Environment (ABE) 2013<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend das LCA f\u00fcr Umweltbelange ISO-genormt ist, steckt das Social Life Cycle Assessment SLCA noch in den Kinderschuhen. Es gibt ein oft referenziertes aber umfangreiches Rahmenwerk dazu: <a href=\"https:\/\/www.lifecycleinitiative.org\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2009%20-%20Guidelines%20for%20sLCA%20-%20EN.pdf\">Catherine Beno\u00eet (ed.): Guidelines for Social Life Cycle Assessment of Products, UNEP 2009<\/a>. Geeigneter sind \u00dcberblicksartikel, etwa die in <a href=\"http:\/\/publications.jrc.ec.europa.eu\/repository\/handle\/JRC99101\">Sara Serenella et.al.: Social Life Cycle Assessment, EU 2015<\/a>. Es gibt auch schon erste SLCAs zu Elektronikprodukten, siehe z.B. <a href=\"https:\/\/www.greendelta.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/LCA_laptop_final.pdf\">Andreas Ciroth, Juliane Franze: LCA of an Ecolabeled Notebook, GreenDelta 2011<\/a>. Ansonsten verstecken sich die Fortschritte in nicht-freien wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p>Es gibt ein paar Versuche, ein Life Cycle Assessment soweit zu vereinfachen und offen (d.h. ohne einen Beratungsvertrag einzugehen) anzubieten, dass man als Laie <a href=\"https:\/\/www.ecoinvent.org\/partners\/ecodesign-tools\/ecodesign-tools.html\">einen einfachen Zugang<\/a> bekommt. Das sicher relevanteste Projekt ist <a href=\"http:\/\/www.lca2go.eu\/\">LCA-to-go<\/a> des Fraunhofer IZM, vor allem weil es einen <a href=\"http:\/\/www.lca2go.eu\/sectors,electronic.en.html\">Schwerpunkt bei der Elektronik<\/a> hat. Ein weiteres ist <a href=\"https:\/\/makersite.io\/\">Makersite<\/a>, ein aktuelleres Projekt mit teilweise offenen Datenbestand und einem Schwerpunkt auf Kollaboration. Im Bereich des Social-LCA hatte die <a href=\"https:\/\/www.socialhotspot.org\">Social Hotspot Database<\/a> mal eine sehr vereinfachte Version als <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WTLlhrSr4aU\">\u201eWeb Portal\u201c<\/a> offen nutzbar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.openlca.org\/\">OpenLCA<\/a> von dem Berliner Beratungsunternehmen <a href=\"https:\/\/www.greendelta.com\/\">GreenDelta<\/a> ist eines der wenigen allgemeinen und frei verf\u00fcgbaren (Open-Source) LCA-Werkzeuge und vielleicht das einzige von denen, das noch regelm\u00e4\u00dfig gepflegt und erweitert wird.<\/p>\n<p>Die \u201eteil-faire\u201c Computermaus von <a href=\"https:\/\/www.nager-it.de\/\">Nager-IT<\/a> ist ein Pionierprojekt der fairen Elektronik. Das Projekt besticht vor allem durch Transparenz. F\u00fcr den Prototyp wurden die Informationen aus der <a href=\"https:\/\/www.nager-it.de\/static\/pdf\/lieferkette.pdf\">Lieferkette<\/a>, dem <a href=\"https:\/\/www.nager-it.de\/static\/pdf\/SchaltkreisUndDatenSensor.pdf\">Bauplan<\/a> und einer realen Nager-IT-Maus herangezogen.<\/p>\n<p>Die Zusammensetzung der Elektronikkomponenten wurde der LCA-Datenbank <a href=\"http:\/\/www.ecoinvent.org\/\">ecoinvent<\/a> entnommen. Ecoinvent enth\u00e4lt eine Reihe von Fl\u00fcssen und Prozessen, unter anderem zu einigen elektronischen Bauteilen. Die <a href=\"http:\/\/www.ecoinvent.org\/database\/older-versions\/ecoinvent-version-2\/reports-on-ecoinvent-2\/reports-on-ecoinvent-2.html\">Version 2.2<\/a> ist in Form von PDF-Dokumenten frei, die aktuelle Version 3.x ist kostenpflichtig. F\u00fcr die Machbarkeitsstudie wurde die IC-Gr\u00f6\u00dfenberechnung, die Kabelmodellierung und die Zusammensetzung des Lots angepasst, zudem wurden nicht alle Inputs der Prozesse \u00fcbernommen. Hier sehen wir als Beispiel die ecoinvent Daten f\u00fcr einen Keramikkondensator in SMD-Form:<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/k.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-334 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/k.png\" alt=\"\" width=\"624\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/k.png 624w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/k-300x177.png 300w\" sizes=\"(max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und dies ist die Umsetzung als Prozess in unserer Studie:<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/l.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-335 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/l.png\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"474\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/l.png 582w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/l-300x244.png 300w\" sizes=\"(max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Gewicht eines Kerko von 0,086 g ist im Produktfluss \u201eCeramic capacitor (smd)\u201c hinterlegt:<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/m.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-336 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/m.png\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"40\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/m.png 576w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/m-300x21.png 300w\" sizes=\"(max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr den prozentualen Anteil an Recyclingmaterial im Vergleich zu \u201efrischem\u201c Prim\u00e4rmaterial f\u00fcr die einzelnen Metalle wurden die global definierten Werte \u00fcbernommen aus <a href=\"http:\/\/www.resourcepanel.org\/reports\/recycling-rates-metals\">T.E. Graedel et.al.: Recycling Rates of Metals, UNEP 2011<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herkunft der Metalle aus den Abbaul\u00e4ndern wurden die <a href=\"https:\/\/minerals.usgs.gov\/minerals\/pubs\/mcs\/\">Mineral Commodity Summaries des U.S. Geological Survey<\/a> herangezogen und zwar jeweils die \u201eWorld Mine Production\u201c der L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die prozentuale Verteilung von ASM zu LSM basiert auf dem leider schon recht alten Buch <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/265167399_Small-Scale_Mining_A_Review_of_the_Issues\">\u201eSmall-Scale Mining: A Review of the Issues\u201c von Richard Noetstaller<\/a>. Dort fehlende Angaben zu L\u00e4nder und Rohstoffen wurden von uns aufgrund von \u00c4hnlichkeiten zu vorhandenen Daten gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Die Umrechnungsformel von Rohstoffgewicht auf Arbeitsstunden basiert derzeit leider nur auf einem einzigen Datenpunkt: In <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/oekodoc\/1294\/2011-419-en.pdf\">Tsurukawa\/Prakash\/Manhart: Social impacts of artisanal cobalt mining in Katanga, Democratic Republic of Congo, \u00d6ko-Institut 2011<\/a> wird vorgerechnet, dass der Abbau von 1 kg Kobalt im Kleinbergbau des Kongo 7,4 Arbeitsstunden ben\u00f6tigt. Der gleiche Wert wurde f\u00fcr Kupfer angenommen, welches in den gleichen Regionen des Kongo abgebaut wird. Im Vergleich zu den eher niedrigen Standards im Kongo wurden die Faktoren f\u00fcr andere Herkunftsl\u00e4nder aufgrund von \u00c4hnlichkeiten gesch\u00e4tzt. Zudem wurde angenommen, dass der Abbau anderer Rohstoffe einen h\u00f6heren Aufwand ben\u00f6tigt, Gold zum Beispiel einen zweieinhalbfachen. Drittens wurde<\/p>\n<p>angenommen, dass im ASM f\u00fcr die gleiche Menge zehnmal so viel gearbeitet werden muss wie im LSM. Es bedarf noch weiterer Recherche um die Datenbasis zu verbessern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sozialkriterien und deren Risikobewertung in den einzelnen L\u00e4ndern wurden die Ergebnisse aus dem befreundeten Projekt Tracy des Karlsruhe Institut of Technology \u00fcbernommen. In dem <a href=\"http:\/\/ceur-ws.org\/Vol-1979\/paper-03.pdf\">&#8222;Working Paper: Computer Mouse S-LCA Study&#8220; von Andreas Fritsch und Stefanie Betz<\/a> werden die Indikatoren und deren Literaturquellen beschrieben, die wir hier 1:1 \u00fcbernommen und unseren Risikostufen zugeordnet haben. Ihr Projekt unterscheidet sich von unserem insofern, dass dort keine Berechnung der Risiken entlang der Lieferkette stattfindet, sondern bislang nur eine Einf\u00e4rbung der grafischen Lieferkette auf Basis der Risiken in den Herstellungsl\u00e4ndern der Komponenten.<\/p>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/n.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-337 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/n.png\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/n.png 638w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/n-300x231.png 300w\" sizes=\"(max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Die Idee der Normierung der Sozialrisiken auf mittlere Risikostunden haben wir der Modellierung in der umfangreichen SLCA-Datenbasis <a href=\"https:\/\/psilca.net\/\">PSILCA von GreenDelta<\/a> entnommen. Dort gibt es aber weitere Risikostufen. \u00c4hnlich wurde bei der <a href=\"http:\/\/socialhotspot.org\/\">Social Hotspot Database<\/a> vorgegangen.<\/p>\n<h3>Mitmachen<\/h3>\n<p>Wer sich das ganze am eigenen Rechner anschauen m\u00f6chte sollte wie folgt vorgehen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.openlca.org\/\">OpenLCA herunterladen<\/a> von http:\/\/www.openlca.org und installieren<\/li>\n<li>Die <a href=\"https:\/\/seafile.yumdap.net\/f\/1c0310a8c9e3426f82c3\/\">PSE Datenbasis herunterladen<\/a><\/li>\n<li>Diese Datenbasis mittels \u201eRestore database\u201c in OpenLCA einlesen<\/li>\n<li>Dort das Product System \u201eNager-IT Mouse non-specific\u201c \u00f6ffnen<\/li>\n<li>Unter Reiter \u201eModel Graph\u201c per \u201eBuild supply chain, Complete\u201c die Lieferkette generieren<\/li>\n<li>Unter \u201eGeneral information\u201c auf \u201eCalculate\u201c klicken mit folgenden Dialogeinstellungen:<\/li>\n<\/ol>\n<p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/o.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-338 size-full\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/o.png\" alt=\"\" width=\"654\" height=\"406\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/o.png 654w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/o-300x186.png 300w\" sizes=\"(max-width: 654px) 100vw, 654px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Fragen einfach an <a href=\"mailto:post@fairloetet.de\">post@fairloetet.de<\/a> schreiben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\">\t\t<div class=\"shortcode-toc\"><\/div>\n\t\t<script>\n\t\t\t(function( $, document ) {\n\t\t\t\t$( document ).ready( function() {\n\t\t\t\t\t$( '.pse-text' ).anchorific( {\n\t\t\t\t\t\tnavigation: '.shortcode-toc', \/\/ position of navigation\n\t\t\t\t\t\theaders: 'h1, h2, h3, h4, h5, h6', \/\/ headers that you wish to target\n\t\t\t\t\t\tspeed: 200, \/\/ speed of sliding back to top\n\t\t\t\t\t\tanchorClass: 'anchor', \/\/ class of anchor links\n\t\t\t\t\t\tanchorText: '', \/\/ prepended or appended to anchor headings\n\t\t\t\t\t\ttop: '.top', \/\/ back to top button or link class\n\t\t\t\t\t\tspy: false, \/\/ scroll spy\n\t\t\t\t\t\tposition: 'append', \/\/ position of anchor text\n\t\t\t\t\t\tspyOffset: 0 \/\/ specify heading offset for spy scrolling\n\t\t\t\t\t} );\n\t\t\t\t} );\n\t\t\t}( jQuery, document ));\n\t\t<\/script>\n\t\t\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom PSE zu Fairtronics Mit dem Projekt Portal Sozialbilanz Elektronik (PSE) hatten wir einen Einstieg gestartet hin zu einem allgemein nutzbaren Werkzeug, um als Elektronikproduzent die wahrscheinlichen Un-Fairness-Hotspots im eigenen Produkt zu ermitteln, um als Konsument oder Eink\u00e4ufer Produktalternativen bez\u00fcglich ihrer Sozialbilanz zu vergleichen oder um als Interessent Details \u00fcber die Elektronikproduktion entlang der Wertsch\u00f6pfungskette...","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":26,"menu_order":20,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-63","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/63"}],"collection":[{"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63"}],"version-history":[{"count":49,"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/63\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1527,"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/63\/revisions\/1527"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/26"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}