{"id":1130,"date":"2020-01-13T10:01:01","date_gmt":"2020-01-13T09:01:01","guid":{"rendered":"https:\/\/fairloetet.de\/?p=1130"},"modified":"2020-07-16T11:19:48","modified_gmt":"2020-07-16T09:19:48","slug":"initiative-lieferkettengesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fairloetet.de\/en\/initiative-lieferkettengesetz\/","title":{"rendered":"Initiative Lieferkettengesetz"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_2-1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><figure id=\"attachment_1156\" aria-describedby=\"caption-attachment-1156\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1156\" src=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lieferkettengesetz-Motiv_Allgemein_quer_sRGB-1-300x212.jpg\" alt=\"Slogan der Initiative Lieferkettengesetz: \u201eGegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur noch ein gesetzlicher Rahmen.\u201c\" width=\"500\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lieferkettengesetz-Motiv_Allgemein_quer_sRGB-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lieferkettengesetz-Motiv_Allgemein_quer_sRGB-1-768x542.jpg 768w, https:\/\/fairloetet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lieferkettengesetz-Motiv_Allgemein_quer_sRGB-1.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1156\" class=\"wp-caption-text\">Bildquelle: <a href=\"https:\/\/lieferkettengesetz.de\">Initiative Lieferkettengesetz<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<blockquote>\n<p>Was ich nicht wei\u00df, macht mich nicht hei\u00df.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So geht es Vielen im Alltag. Zumal es heutzutage auch viel zu viel zu wissen gibt. Wie soll man sich da bei jedem Einkauf informieren, was hinter den Produkten steht. Theoretisch: schnell noch den entsprechenden Artikel aus der \u00d6ko-Test \u00fcber Deos lesen und bei Stiftung Warentest nachschauen, welcher Handr\u00fchrer am besten abgeschnitten hat. Praktisch: einfach nach Bauchgef\u00fchl einkaufen \u2013 das g\u00fcnstige Ger\u00e4t mit den gleichen Funktionen wird schon funktionieren und eine deutsche Marke verspricht immerhin Qualit\u00e4t.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Was du nicht willst, das man dir tu, das f\u00fcg auch keinem anderen zu<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Doch auch deutsche Unternehmen machen gerne Gewinn und das geht einfach, wenn man die Zutaten f\u00fcr sein Produkt g\u00fcnstig einkauft. Durch Globalisierung und Externalisierung wird heute die Produktion auf viele verschiedene Orte in der Welt verteilt. Wenn dort die Abw\u00e4sser nicht gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen, grundlegender Brandschutz Luxus ist oder Arbeitszeiten von 12 Stunden pro Tag bei einem Hungerlohn Normalit\u00e4t sind, dann sinken die Kosten und das (Zwischen-)Produkt wird g\u00fcnstiger. Und so unterst\u00fctzt man als Konsument unwissentlich Kinderarbeit, Umweltzerst\u00f6rung und Ausbeutung, wenn sich die Hersteller nicht um die Bedingungen Ihrer Zulieferer im Ausland k\u00fcmmern.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Mein Name ist Hase, ich wei\u00df von nichts<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mit dieser Ausrede sollen Unternehmen in Zukunft nicht mehr davonkommen und stattdessen haftbar f\u00fcr die Sch\u00e4den sein, die in ihren Lieferketten im Ausland entstehen. Sie sollen beweisen m\u00fcssen, dass sie alles M\u00f6gliche getan haben, um Missst\u00e4nde bei ihren Zulieferern auszuschlie\u00dfen. Freiwillig nehmen zu wenige Unternehmen einen solchen Aufwand (also Wettbewerbsnachteil) in Kauf. Ein breites B\u00fcndnis aus 17 Tr\u00e4gerorganisationen fordert daher: Unternehmen m\u00fcssen zur Achtung der Menschenrechte in ihren Lieferketten gesetzlich verpflichtet werden. Mit dem Slogan \u201eGegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur ein gesetzlicher Rahmen\u201c starteten sie im September die <a href=\"https:\/\/lieferkettengesetz.de\/\">Initiative Lieferkettengesetz<\/a>. Dutzende weitere Organisationen der Zivilgesellschaft sowie zahlreiche kirchliche Organisationen unterst\u00fctzen die Initiative &#8211; unter anderem auch FairL\u00f6tet. Aber auch einige Unternehmen fordern eine gesetzliche Regelung.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Worte zeigen, was jemand gerne w\u00e4re \u2013 Taten zeigen, was er wirklich ist<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Interessant daran ist, dass neben nachhaltigen Unternehmen auch gro\u00dfe Marken das <a href=\"https:\/\/www.business-humanrights.org\/en\/statement-f%C3%BCr-eine-gesetzliche-regelung-menschenrechtlicher-und-umweltbezogener-sorgfaltspflichten#\">Statement<\/a> unterschrieben haben, wie z.B. Nestle, Tchibo oder Rewe und auch Firmen, die bisher wegen ihrer Aktivit\u00e4ten im Ausland eher negativ in den Schlagzeilen waren, wie zum Beispiel KiK. Bei einem Fabrikbrand eines Zulieferers in Pakistan waren 2012 258 Menschen ums Leben gekommen. Das Verfahren am Oberlandesgericht Hamm wurde 2019 wegen Verj\u00e4hrung abgebrochen, bewegte KiK jedoch dazu, <a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/fall\/kik-der-preis-der-arbeitsbedingungen-in-der-textilindustrie-suedasiens\/\">mehr als 5 Millionen Euro Entsch\u00e4digung<\/a> zu zahlen. KiK beklagt in diesem Zug die fehlende Rechtssicherheit f\u00fcr Unternehmen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Das Gesetz ist der Freund des Schwachen &#8211; Friedrich Schiller<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Idee mit einem Lieferkettengesetz die Menschenrechte in anderen L\u00e4ndern zu sch\u00fctzen <a href=\"https:\/\/lieferkettengesetz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Lieferkettengesetz_BfdW_Argumentationsleitfaden_SCREEN_ES.pdf\">ist nicht neu<\/a>: In Frankreich gibt es bereits ein Sorgfaltspflichtgesetz, und in den Niederlanden und Gro\u00dfbritannien werden immerhin f\u00fcr einzelne Menschenrechte Sorgfaltspflichten umgesetzt (Kinderarbeit bzw. moderne Sklaverei). In Deutschland gibt es jetzt die Chance, mit einem starken und umfassenden Lieferkettengesetz die Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige Regelungen auf EU- und internationaler Ebene zu legen. Wobei es in der EU schon eine verabschiedete <a href=\"https:\/\/germanwatch.org\/de\/16453\">Verordnung<\/a> f\u00fcr den Handel mit Konfliktmineralien gibt, die ab 2021 in Kraft tritt. Er sieht vor, dass alle Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus Konfliktgebieten eine Due Diligence (Sorgfalts\u00fcberpr\u00fcfung) durchf\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wer nicht h\u00f6ren will muss f\u00fchlen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Deutschland (bzw. der aktuelle Koalitionsvertrag der gro\u00dfen Koalition) setzt wie bei vielen anderen Themen auf Freiwilligkeit und hat Ende 2016 den \u201eNationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)\u201c verabschiedet. Hierbei werden Unternehmen aufgefordert und unterst\u00fctzt, die Menschenrechte bei ihren Aktivit\u00e4ten im Ausland zu achten. Die Wirksamkeit soll 2020 \u00fcberpr\u00fcft werden und wenn weniger als 50% der Unternehmen mit \u00fcber 500 MitarbeiterInnen keine Ma\u00dfnahmen nach dem Aktionsplan eingef\u00fchrt haben, soll die Einf\u00fchrung eines Gesetzes gepr\u00fcft werden. Aktuell liegen von 15% der angefragten Unternehmen Ergebnisse vor, 20% davon entsprechen den Anforderungen. Entwicklungsminister Gerd M\u00fcller (CSU) nennt dies \u201e<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2019-12\/lieferkettengesetz-arbeitsbedingungen-zulieferer-menschenrechte-arbeitgeberverband-kritik\/komplettansicht\">mehr als ern\u00fcchternd<\/a>\u201c und fordert eine gesetzliche Regelung. Unterst\u00fctzt wird er dabei vom Bundesminister f\u00fcr Arbeit und Soziales Hubert Heil und einem Beschluss des CDU-Parteitags von Ende November 2019. Au\u00dferdem haben sich SPD, B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN und DIE LINKE in ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2017 f\u00fcr verbindliche Sorgfaltspflichten ausgesprochen. Gegenwind kommt von den Lobbyisten der Arbeitgeberverb\u00e4nde.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der st\u00e4rkste Regen beginnt mit kleinen Tropfen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Auf der <a href=\"https:\/\/lieferkettengesetz.de\/\">Webseite<\/a> der Initiative Lieferkettengesetz findest du weitere Informationen und kannst eine Petition unterschreiben, um den Forderungen mehr politisches Gewicht zu verleihen. Wenn du die Initiative selbst aktiv unterst\u00fctzen m\u00f6chtest, kannst du auch Infomaterial bestellen. Unternehmen k\u00f6nnen sich auch weiterhin dem Unterst\u00fctzer-Statement anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auf einem Kongress des Chaos Computer Clubs hat mein Kollege Sebastian das Thema Lieferkettengesetz in einer kurzen <a href=\"https:\/\/youtu.be\/qbtr_a7vBXw?t=3425\">Pr\u00e4sentation<\/a> zusammengefasst.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bildquelle: Initiative Lieferkettengesetz Was ich nicht wei\u00df, macht mich nicht hei\u00df. So geht es Vielen im Alltag. Zumal es heutzutage auch viel zu viel zu wissen gibt. Wie soll man sich da bei jedem Einkauf informieren, was hinter den Produkten steht. 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